Das Schöne an Prozessen ist, dass sie fließen. Sie sind lebendig; unerwartet; kreativ; chaotisch und manchmal auch beängstigend bis hin zu stagnierend. Wenn Energie nicht mehr fließen kann stagniert sie, d,h. sie sammelt sich an einer Stelle und bremst jede dahinter kommende Energie aus. "Wir treten sozusagen auf der Stelle." So sehr wir uns auch bemühen, es geht einfach nicht weiter - so denken wir.

Wir Menschen, in den westlichen Industrienationen neigen dazu, übermäßig viel Energie in unser Denken zu stecken. Wir schicken somit all unsere Energie in unseren Kopf und in unser Denken. Denken kann zwar mitunter von Vorteil sein (mancher sollte es tatsächlich öfter mal ausprobieren), aber eben auch zum Feind werden, der sich gegen uns richtet. Weil sich unsere Gedanken dann nur noch im Kreis drehen und kein Entkommen in Sicht ist.

Wir sind ganzheitliche Wesen und bestehen aus Körper, Geist und Seele.

Ist Ihnen mal aufgefallen, dass wir immer zuerst den Körper nennen, bei dem Versuch unser lebendiges Wesen in seiner Ganzheit auszudrücken?

Der Körper ist für viele Menschen nur Zierde (bspw. in der Jugend) oder Transportmittel, was uns von A nach B bringt. Wir stopfen unbewusst und ungefiltert Essen hinein und wenn er sich schmerzhaft bemerkbar macht kommen noch Tabletten hinterher, die die Signale, die uns unser leidender Körper sendet, umgehend unterdrücken. Wir verlangen täglich Höchstleistungen von unserem Körper, ohne ihm die gebührende Aufmerksamkeit und Anerkennung zu schenken. Unsere Körper sind perfekt auf die jeweiligen Umweltbedingungen angepasste Wunderwerke - eigentlich - sofern wir nicht ständig die Umweltbedingungen in rasantem Tempo verändern und der Evolution keine Zeit zum Reifen lassen. Wenn ein Baby unterwegs ist, sprechen wir immer gerne von einem Wunder. Was ist mit dem erwachsenen "Baby"? Ist es kein Wunder mehr? Verdient es nicht immer noch die gleiche Liebe, Ehrfurcht und Fürsorge, wie am Anfang?

 

Der gesunde Mensch nimmt sich selbst, ganzheitlich, in leiblicher Verbundenheit mit seinem Lebenszusammenhang wahr. Im Wechselspiel von beschützenden und gefährdenden Faktoren (entsprechend seiner Beschaffenheit/Verwundbarkeit, Bewältigungspotentiale, Kompetenzen und Hilfsmitteln) ist er imstande, kritische Lebensereignisse bzw. Probleme zu handhaben, sich zu regulieren und zu erhalten. Auf dieser Grundlage kann er seine körperlichen, seelischen, geistigen, sozialen und ökologischen Potentiale konstruktiv entfalten und so ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, Sinnhaftigkeit, Integrität, Wohlbefinden und inneren Frieden entwickeln.

 

"Das Gewissen ist eine Uhr, die immer richtig geht. Nur wir gehen manchmal falsch."

(Erich Kästner & die Stadtschamanin)